Eventlocation

Aufnahmen von Event Locations

In diesem Blog möchte ich Euch zuerst von meinen Eindrücken erzählen, wie wir von 3Dsixty.ch die 3D-Aufnahmen des nach einem vierjährigen Umbau neu eröffneten Kongresshaus in Zürich, gemeistert haben. Die Aufnahmen fanden Ende Juli 2021 statt. Anschliessend gebe ich wie gewohnt meine 10 Tipps zum Thema Event Location zum Besten.

Bevor wir von 3dsixty.ch mit den 3D-Aufnahmen jedoch beginnen konnten, stand zuerst einmal die grosse Herausforderung bei den Damen und Herren der "Zügel" - Crew des Kongresshauses an. Da es im ganzen Gebäude keine grossen Lagerungsmöglichkeiten gibt, musste vor unseren 3D-Aufnahmen die unzähligen Tische, Stühle, Bänke, Kisten, Instrumente, Steller, Lampen, Rollis etc. von den einen Räumlichkeiten zur anderen verschoben werden. Kaum waren unsere Aufnahmen in diesem Bereich fertig, wurde das ganze Material wieder zurückverschoben, um dann die anderen Räume leerzumachen. Damit auch dieser Teil von uns digital erfasst werden konnte. Dank einer guten Koordination und fleissigen Helfern, klappte das auch reibungslos.

Unsere knackigen Aufnahmen waren zwei Tage später im Kasten und bereit für die digitale Weiterverarbeitung.


Von Aussen würde ich es ja nicht ahnen, dass einem innen eine solche Vielfalt an Architektur und eine räumliche Grosszügigkeit erwartet. Schon im Erdgeschoss beginnt es vielversprechend: mit der edlen Tonhalle Vestibül auf der einen und dem riesigen Kongressvestibül auf der anderen Seite. Noch eindrücklicher wird es dann auf den oberen Etagen mit dem Kongressfoyer und dem Kongresssaal. Die absoluten Highlights sind jedoch die grosse und kleine Tonhalle mit ihren Marmorsäulen, den imposanten Kronleuchtern, den Deckenbilder und der gewaltigen Orgel.  


Meine Aufnahmen habe ich in der Tonhalle Vestibül begonnen und danach das Kongressvestibül in Angriff genommen. Hier kamen die ersten kleinen Tücken zum Vorschein, insbesondere beim Eingangsbereich. Mehrere Eingangstüren in Reih und Glied. Das Arretieren der Türen war leider nicht überall möglich. Eine Knacknuss, wenn man zu wenig Türkeile dabei hat. Eine 360 Grad Aufnahme, bei den die eine Tür offen steht und die anderen zu ist, sieht nicht wirklich ansprechend aus. Daher improvisieren - mit allen möglichen Dingen, die die Türen geöffnet halten. Im geschlossenen Zustand kamen sie nicht infrage.


In der Halle des Kongressvestibül selbst war es vor allem die Länge und die Deckenhöhe des Raumes, die die Matterport Pro2 Kamera immer wieder mal irritiert hatte und Scanpunkte falsch positionierte. Mit Geduld und Fingerspitzengefühl war auch das zu meistern.

Ich wiederum musste mich von den Spiegelungen meines eigenen Antlitz in Acht nehmen. Überall lauerten die Projektionen meines Konterfeis - in Fenstern, Spiegeln und selbst in Monitoren, verglasten Werbetafeln im Bereich der Bar und anderen glatten Oberflächen. Das will man ja nicht. Also war stets grosse Aufmerksamkeit meinerseits geboten.


Dass das Kongressvestibül der Knotenpunkt und das Herzstück des Kongresshauses ist, merkte ich bald daran, das aus allen Richtungen, manchmal im Sekundentakt, Leute aus den Gängen, Passerellen und Treppen auf die Halle zusteuerten. Eine 360° Aufnahme mit der Matterport Pro2 dauert gut und gerne 30 Sekunden - während dieser Zeit kann ja viel passieren...


Der grosse Gartensaal und die anderen Räumlichkeiten im Erdgeschoss sind alle relativ gut über die Bühne gegangen. Im Verlaufe des zweiten Tages begab ich mich dann über die schwungvolle, pompöse Treppe vom Kongressvestibül in die oberen Bereiche. Natürlich stets mit der Kamera im Anschlag. Schliesslich soll jeder Quadratmeter des Gebäudes dreidimensional aufgenommen werden.


Miro beschäftigte sich auf derselben Etage mit dem Foyer, dem Kongresssaal, dem neuen Restaurant “Lux” und dessen großzügiger Terrasse mit Blick auf den Zürichsee. Grandios!

Ich freute mich schon auf die beiden Highlights - die grosse und kleine Tonhalle.

Die enge Bestuhlung in der Galerie resp. Balkon der grossen Tonhalle ist eine Herausforderung für sich. Den Rollwagen fürs Stativ konnte ich getrost in die Ecke stellen. Jetzt ist permanentes Ausrichten der Stativbeine gefragt. Bei annähernd 160 Scans ein zeitintensives Unterfangen. Aber auch da - mit Geduld und Muse ging auch das schlussendlich erfolgreich vonstatten. Am Anblick der Tonhalle von hier oben konnte ich mich sowieso nie sattsehen.


Nach weiteren kleineren Seminarräumen durfte ich die kleine Tonhalle in Angriff nehmen.

Hier fühlt man sich null Komma plötzlich in die Zeit von damals versetzt. Wenn ich mich nicht täusche, wurde dieses Bijou am Ende des 19. Jahrhunderts, zusammen mit der grossen Tonhalle, erbaut. Hier spielten sie wohl nicht nur Musik und tanzten. Hier wurden sicher auch Theatervorführungen durchgeführt.


Pünktlich zum Feierabend sind die Aufnahmen fertiggestellt und im Kasten. Alles in allem zwei interessante, lehrreiche und eindrückliche Tage.


Meine 10 Tipps

1. Knotenpunkte mit viel Frequenz möglichst auf Randstunden (früh morgens, Mittagszeit und nach offiziellen Öffnungszeiten) verlegen (z.B. Eingangshallen oder Bereiche wo sich Passagen, Stockwerke, Gänge kreuzen)

2. Einen detaillierten Zeitplan erstellen mit genügend Zeitreserven.

3. Vorgängig die Punkte fürs Drumherum klären, wie z. B. Parkplatzmöglichkeiten, Zutrittsarten, Verpflegung, Zuständigkeiten inkl. Tel. Nr. und ob die Person am geplanten Aufnahmetag vor Ort ist, genügend Türkeile mitnehmen;-) etc.

4. Falls mehrere Parteien in der Organisation involviert sind; eine WhatsApp Gruppe o.ähnl. erstellen, um Koordinationsrückmeldungen an alle gleichzeitig zu verteilen.

5. Powerstation resp. entsprechendes Ladekabel mitnehmen

6. Ersatzkamera (aufgeladen) als Reserve mit dabei haben

7. Vorgängig festlegen, ob das Gebäude als ganzes Modell aufgenommen werden soll/kann oder auch Etage für Etage (schneller und effizienter).

8. Klare Verteilung wer welche Bereiche des Gebäudes aufnimmt.

9. Vorgängig abklären, ob das "stitching" von einzelnen Modellen umsetzbar ist, falls der Faktor Zeit plötzlich eine noch gewichtigere Rolle einnehmen wird. Eventuell zusätzliche Fotografen (Reserve) vorgängig informieren.

10. Sind die Mitarbeiter vor Ort über die Aufnahmen informiert. Macht einiges einfacher und speditiver.


PS: Weitere Tipps findet ihr übrigens in den zwei Blogbeiträgen vom April und Juni 2021



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